Über das Projekt

Übersicht

Weltweit stehen Gesundheitssysteme vor immer grösseren Herausforderungen, die mit veränderten Krankheitsbildern von übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten, der demographischen Alterung und dem zunehmenden technologischen Fortschritt, sowie wachsenden Ressourcenbeschränkungen einhergehen.

Um die Zweckmäßigkeit, Wirksamkeit und Effizienz von Gesundheitssystemen zu gewährleisten, müssen Entscheidungen auf allen Ebenen des Systems durch die beste verfügbare Evidenz gestützt werden. Die verwendete Evidenz sollte sich auf qualitativ hochwertige Forschung beziehen, die den Bedarf des Gesundheitssystems berücksichtigt, einschliesslich der Bewertung von erwarteten Nutzen und Kosten verschiedener Handlungsoptionen.

In “lernenden Gesundheitssystemen” (Learning Health Systems, LHSs) wird die Forschungs­agenda in Zusammenarbeit mit allen relevanten Stakeholdern entwickelt, um den aktuellen Bedürfnissen des Gesundheitssystems Rechnung zu tragen und den Informationsfluss zwischen politischer, wissenschaftlicher und praktischer Ebene zu erleichtern.

Auf diese Weise fördern lernende Gesundheitssysteme eine evidenzbasierte Politikgestaltung und schaffen kontinuierliche Lernprozesse, die den Bedürfnissen des Gesundheitssystems entsprechen.

Dies wiederum schafft eine Kultur von gemeinsamer Verantwortung, die eine Lernumgebung schafft, die alle Akteure im Gesundheitssystem miteinander vernetzt – Patienten, Gesundheitsdienstleister, Versicherer, Forschende und gesundheitspolitische Entscheidungsträger. Gemeinsames Ziel ist es das Gesundheitssystem insgesamt zu stärken, eine Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu erzielen und auch letztendlich ein besseres Preis-Leistungsverhältnis im Gesundheitswesen zu erreichen.

Das Ziel des Swiss Learning Health System (SLHS) ist es, den Dialog zwischen verschiedenen Akteuren, die im Gesundheitssystem relevant sind, zu fördern, und so evidenzbasierte Lösungen zu aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Gesundheitssystems zu entwickeln und kontinuierlich zu integrieren.

Um den Austausch zwischen Forschung, Politik und Praxis langfristig zu fördern, bildet das SLHS u.a. Studierende in den für ein lernendes Gesundheitssystem wichtigen Fähigkeiten aus und arbeitet an der Entwicklung eines Datenmanagementtools, um die Bereitstellung von standardisierten Gesundheitsinformationen zu unterstützen.

Ausführlichere Informationen finden Sie im Projektantrag.

Vision, Mission und Werte

Vision

Die Vision des “Swiss Learning Health System” (SLHS) ist ein Gesundheitssystem, das aktuellen und zukünftigen Gesundheitsbedürfnisse Rechnung trägt, wobei Dienstleistungen, Programme und Politik auf der bestmöglichen Evidenz basieren, kontinuierliche Verbesserungen durch kontinuierliche Forschung und Umsetzung stattfindet, und Infrastruktur Lernprozesse auf allen Ebenen des Systems ermöglicht.

Mission

Die Mission des SLHS ist es, Mechanismen zu entwickeln, die Entscheidungsträger dabei unterstützen, die beste verfügbare Evidenz zu finden und zu nutzen, und sie durch beratende, meinungsbildende Dialoge dabei zu unterstützen, Veränderungen herbeizuführen, die das Gesundheitssystem auf allen Ebenen und entlang des Versorgungskontinuums stärken; wissenschaftliche Kapazitäten für die nächste Generation von Gesundheitsforschern aufzubauen; und Standards für das Management von Gesundheitsinformationen zu entwickeln.

Werte

Personenzentriertheit

Durch aktives Engagement mit dem Gesundheitssystem und all seinen Stakeholdern, engagiert sich das SLHS für die Verbesserung des Wohlbefindens und der Lebensqualität der Bevölkerung. Es stellt den Einzelnen in den Mittelpunkt seines Handelns.

Inklusivität

Jede Person und Organisation, die sich für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und die Stärkung des Gesundheitssystems engagieren (möchte) und die sich an den Rahmenbedingungen des SLHS orientiert, ist dazu eingeladen und wird ermutigt, sich aktiv zu beteiligen.

Transparenz und Zugang

Die Aktivitäten des SLHS sind transparent, um das Vertrauen aller Stakeholder im Gesundheitssystem zu wahren und zu stärken. Alle sollen vom öffentlichen Gut profitieren können, welches vom SLHS abgeleitet wird.

Privatsphäre

Das SLHS schützt die Privatsphäre, Vertraulichkeit und Sicherheit aller Daten, um einen verantwortungsvollen Informationsaustausch zu ermöglichen und das Vertrauen aller Beteiligten zu stärken.

Anpassungsfähigkeit

Das SLHS wurde entwickelt, um iterative, schnelle Anpassung und schrittweise erfolgend, aufeinander aufbauende Entwicklungen zu ermöglichen, um so den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen des Gesundheitssystems zu begegnen.

Governance

Durch seine Governance zielt das SLHS darauf ab, einen nachhaltigen Betrieb zu unterstützen, erforderliche Standards zu setzen, kontinuierliche Innovationen zu fördern sowie gegenseitiges Vertrauen zwischen allen Stakeholdern aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Wissenschaftliche Integrität

Die Forscherinnen und Forscher im SLHS verpflichten sich gemeinsam zu einer strikten und konsequenten Anwendung der Wissenschaft, um die Gültigkeit und Glaubwürdigkeit von Forschungsergebnisse zu gewährleisten und den offenen Austausch und die Umsetzung neuer Erkenntnisse zeitnah und verantwortungsvoll zu ermöglichen.

Qualität und Mehrwert für alle

Das SLHS unterstützt Lernaktivitäten, die dazu dienen, die Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit (Effizienz) von Dienstleistungen zu verbessern und einen gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung zu fördern.

WHO Building Blocks

Rahmenbedingungen für Gesundheitssysteme

Der konzeptionelle Rahmen für das Swiss Learning Health System (SLHS) basiert auf den «Bausteinen der Gesundheitssysteme» der Weltgesundheitsorganisation («health systems’ building blocks») (WHO [1-3]) sowie dem Konzept des «lernenden Gesundheitssystems» (“learning health system”) der National Academy of Medicine (NAM), USA [4-6]. Von besonderer Relevanz für die Entwicklung der SLHS-Mechanismen ist der «system­theoretische Ansatz zur Stärkung von Gesundheitssystemen» («systems thinking approach for health systems strengthening») [2,3]. Dieser Ansatz unterstreicht die dynamische Architektur und Vernetzung der Bausteine des Gesundheitssystems («health systems’ building blocks») und die Rolle des Menschen im Zentrum des Gesundheitssystems als Vermittler, Begünstigter und Treiber des Systems.

Weiterlesen: Rahmenbedingungen für Gesundheitssysteme

Projektmechanismen

SLHS Kursprogramm

Das Swiss Learning Health System (SLHS) bildet Forscherinnen und Forscher aus, um diese zu befähigen, qualitativ hochwertige Forschung an der Schnittstelle zwischen Praxis, Politik und Forschung zu verstehen und durchzuführen, die für den Aufbau eines erfolgreichen lernenden Gesundheitssystems unerlässlich ist.

Zu diesem Zweck bietet das SLH Programm im Rahmen seiner wissenschaftlichen Weiterbildungsmassnahmen kurze Kurse von führenden internationalen Experten in den folgenden Fachbereichen an:

  • Vision of a learning health system
  • Health systems and policy
  • Evidence-informed policy framework
  • Implementation research
  • Principles of communication in a learning health system

Das Programm ist optimal auf SLHS-Doktoranden zugeschnitten. Aber auch Forschende mit Interesse an der Vision eines lernenden Gesundheitssystems können zu den Kurzkursen zugelassen werden.

 

Brücke zwischen Forschung, Politik und Praxis

Um den aktuellen Bedürfnissen des Gesundheitssystems gerecht zu werden, wird die Forschungsagenda des «Swiss Learning Health System» (SLHS) in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Partnern entwickelt. Dies erleichtert nicht nur den reibungslosen Fluss von Informationen und Evidenz auf den Ebenen von Politik, Forschung und Praxis, sondern wird letztendlich in einen kontinuierlichen Lernprozess umgesetzt, der den Forschungsbedarf des Systems mit den entsprechenden Ergebnissen deckt. Im Gegenzug wird eine Kultur der geteilten Verantwortung gefördert, die ein Lernumfeld schafft, welches alle Akteure des Gesundheitssystems miteinander verbindet.

Wie in der nachfolgendem Grafik dargestellt, besteht der erste Schritt im lernenden Gesundheitssystem darin, drängende Themen und Herausforderungen im Gesundheitssystem zu identifizieren, die durch das SLHS-Netzwerk und relevanten Stakeholdern definiert werden. Basierend auf verschiedenen Vorschlägen wird eine Themenliste erstellt, die regelmässig aktualisiert wird. Die Themenliste dient als Grundlage für den Prozess der Themenpriorisierung.

slhs cycle de

Sobald Probleme oder Herausforderungen identifiziert und priorisiert worden sind, fordert die operative Einheit des SLHS die Erstellung von Evidenzsynthesen an. Anschliessend können alle akademischen Partnerinstitutionen darauf reagieren und dazugehörige Policy Briefs oder Rapid Response Synthesen erarbeiten, die dann an alle relevanten Stakeholder (Interessengruppen) verteilt werden.

Während Policy Briefs als Grundlage für Stakeholder-Dialoge verwendet werden, dienen Rapid Response Synthesen als richtungsweisende Leitdokumente für schnelle Handlungsoptionen in Fällen, in denen die Reaktionszeit auf aktuellen Bedürfnisse im Gesundheitssystems begrenzt ist.

Zu den Kerntätigkeiten des SLHS gehört die Organisation von Stakeholder-Dialogen. Diese Dialoge haben zum Ziel, verschiedene Interessengruppen, die ein verstärktes Interesse am behandelten Thema haben, zusammenzubringen. Stakeholder-Dialoge sind strukturierte Kommunikationsprozesse, welche einen deliberativen Dialog nutzten, bei dem mindestens zwei Stakeholder eng zusammenarbeiten, um eine Einigung über eine vorliegende Problemstellung zu erzielen.

In einem abschliessenden Schritt überwacht das SLHS Implementierungs­schritte, die über die relevanten Stakeholder eingeleitet werden. Umsetzungsüberlegungen, die von Experten der SLHS Plattform entweder in den Evidenzsynthesedokumenten oder im Rahmen des Stakeholder-Dialogs formuliert wurden, dienen schliesslich als Orientierung für die Umsetzung. Die operative Einheit des SLHS unterstützt und evaluiert Umsetzungsbemühungen. Um den Lernzyklus des lernenden Gesundheitssystems weiter zu fördern, wird den relevanten Stakeholdern (Interessengruppen) jeweils Feedback vorgelegt (Feedbackschlaufe).

Gründungsmitglieder

Das Swiss Learning Health System (SLHS) wurde von insgesamt zehn Instituten an sieben verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen in der ganzen Schweiz initiiert. Gründungsmitglieder sind Institute an der Universität Luzern, der Universität Zürich, am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel, an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der Universität Neuchâtel, der Universität Lugano (USI) und der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI).

Department of Health Sciences and Medicine, University of Lucerne

Department of Health Sciences and Medicine, University of Lucerne

The Department of Health Sciences and Medicine at the University of Lucerne promotes research and prepares scientists to work in the field of health and disability from a biopsychosocial perspective. The theoretical framework of the department is rooted in the concept of human functioning, as codified by the World Health Organization’s International Classification of Functioning, Disability and Health.

The Department of Health Sciences and Health Policy is also the lead of the Swiss Learning Health System and hosts the SLHS Operational Unit.

Center for Law and Health, University of Lucerne

Center for Law and Health, University of Lucerne

The Center for Law and Health at the University of Lucerne has the purpose to connect and develop research and teaching in the field of medical and health law. In particular it aims at fostering scientific cooperation across disciplines and faculty boundaries, as well as educating and promoting young academics.

Centre for Organisational Research – Health and Public Management, University of Lugano

Centre for Organisational Research – Health and Public Management, University of Lugano

Since 2002 the Public and Health Care Management unit at the University of Lugano has been conducting basic and applied research, as well as providing for the teaching at graduate and post-graduate levels, with strong focus on public administration (State and Municipal), public enterprises, health care and local social services organisations.

Swiss Centre for International Health, Swiss TPH

Swiss Centre for International Health, Swiss TPH

The Swiss Centre for International Health (SCIH) was established in 1997 and is a service department of the Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH). The centre's objective is to strengthen health systems and improve health service delivery – with a particular focus on low and middle income countries. SCIH is a leading provider of global health consulting and project implementation services. It leverages in-house, world class researchers in malaria, tuberculosis, neglected tropical diseases and One Health, and combines state of the art knowledge with industry consulting standards. Additionally, the centre is a WHO Collaborating Centre for Health Technology Management and eHealth. As such, it provides policy guidance and contributes to capacity building in the fields of health informatics and appropriate health technologies.

Winterthur Institute of Health Economics, ZHAW

Winterthur Institute of Health Economics, ZHAW

The Winterthur Institute of Health Economics at Zurich University of Applied Sciences is a center of competence for economic and business administration issues in the field of health care. The activities of the institute are Health Technology Assessment (HTA), health economic evaluation, health service research, patient classification systems, health policy, strategy and process optimization, market analysis, and integrated care.

Department of Business Economics, Health and Social Care, University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland

Department of Business Economics, Health and Social Care, University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland

The Department of Business Economics, Health and Social Care (DEASS) at the University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland (SUPSI) has the objective of tackling the complex problems of today’s world more effectively, implementing a range of competences that vary in terms of subject area but that have historically displayed a natural tendency toward integration.The department also aims at executing its three mandates (first- and second-level university education, continuing education and research) in order to provide specific input to the interpretation of health, economic and social policy issues in Switzerland, focusing particularly on the challenges and needs of citizens, businesses, organisations and public institutions in the territory.

Information Management Institute, University of Neuchâtel

Information Management Institute, University of Neuchâtel

The Information Management Institute at the University of Neuchâtel is active in all aspects of information management, with emphasis on information representation and knowledge extraction. The different projects are built around the model for information representation called ontology, a key aspect of the semantic web.

Institute of Physiotherapy, ZHAW

Institute of Physiotherapy, ZHAW

The Institute of Physiotherapy at Zurich University of Applied Sciences has a performance mandate in the four areas of academic teaching at bachelor and master level, research and development as well as continuing education and services. It follows the premise of a “Research and Teaching University”.

The institute mainly focuses on physiotherapeutic diagnostics and treatment as well as on physiotherapy in the context of health care. Research priorities are physical activity, supply and implementation research, analysis in the movement laboratory, new technologies as well as research and educational research. The team consists of specialists in physiotherapy, movement science and sports science, psychology and social science, who have broad experience in practice and research at home and abroad.

Institute of Primary Care, University Hospital Zurich

Institute of Primary Care, University Hospital Zurich

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Das Institut für Hausarztmedizin an der Universität Zürich hat die Aufgabe, die Studierenden an der medizinischen Fakultät mit der Arbeit und den Aufgaben des Hausarztes, der Hausärztin vertraut zu machen. In der Forschung werden innovative Ansätze in Diagnostik und Therapie untersucht, die darauf abzielen, die Lebensquantität und Lebensqualität von Patienten in der Grundversorgung zu verbessern.

Center for Comparative Constitutional Law and Religion, University of Lucerne

Center for Comparative Constitutional Law and Religion, University of Lucerne

The Center for Comparative Constitutional Law and Religion at the University of Lucerne is specifically dedicated to research, teaching, training and the provision of services in the field of the relationship between law and religion, at the level of national constitutional orders and the international system.

Swiss Learning Health System
University of Lucerne
Department of Health Sciences and Medicine
Frohburgstrasse 3
6002 Lucerne
Switzerland
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