Lernzyklen

Übersicht

Jede Partnerinstitution des Swiss Learning Health Systems (SLHS) arbeitet an einem spezifischen Thema, das schliesslich zu Policy Briefs und dazugehörigen Stakeholder-Dialogen führen soll. Die aufgeführten Themen wurden im Rahmen eines Priorisierungsprozesses unter Berücksichtigung ihrer wissenschaftlichen und politischen Relevanz ausgewählt. Die Themen repräsentieren die Interdisziplinarität der Gesundheitswissenschaften und der Gesundheitssystemforschung, indem sie verschiedene Disziplinen wie z.B. Medizin(wissenschaften), Wirtschaft, Kommunikation, Recht, Public Health und Theologie einbeziehen.

Diskriminierung bei Impotenz

Im Gesetzbuch der römisch-katholischen Kirche befindet sich ein Ehehindernis der Impotenz, das besagt, dass die Ehe nur eingehen kann, wer fähig ist, Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Die Ehe aus diesem Grund zu verwehren, stellt für Betroffene eine Diskriminierung dar, denn das Eingehen der Ehe ist ein Grund- und Menschenrecht, das dadurch nicht ausgeübt werden kann. Dieser Lernzyklus stellt sich der Herausforderung die Diskriminierung von Menschen mit einer Behinderung durch ein Gesetz der römisch-katholischen Kirche zu untersuchen und zu eliminieren, indem Erkenntnisse aufgezeigt werden zur i) Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention durch den Heiligen Stuhl mit der Folge einer Gesetzesanpassung, ii) Überprüfung und Diskussion des Naturrechtscharakters des Ehehindernisses der Impotenz und iii) Diskussion der Verwirklichung/Drittwirkung der Grundrechte.

Stakeholder(s): Kirchenrechtler, Juristen, Sozialarbeiter
SLHS Lead: Zentrum für Religionsverfassungsrecht, Universität Luzern
Policy Brief: Folgt bald 
Kernaussagen: Download PDF
Zusammenfassung Stakeholder-Dialog: Folgt bald 

Pflegeexpertinnen APN in der Hausarztpraxis

Aus Gründen wie z.B. nicht standardisierten Abschlusskompetenzen für Pflegeexpertinnen APN oder fehlenden Rollendefinitionen, werden Pflegeexpertinnen APN in Schweizer Hausarztpraxen zu wenig eingesetzt. APNs übernehmen bereits heute hausärztliche Tätigkeiten in Eigenverantwortung, die jedoch in einer «Grauzone» ausgeübt werden und mit vielen Unsicherheiten verbunden sind. Ziel ist es, diese «Grauzone» zu verlassen und die Implementierung von neuen Versorgungsmodellen mit APNs in Schweizer Hausarztpraxen zu fördern. Dieser Policy Brief empfiehlt dazu die (1.) Klärung und Förderung der APN-Rollen in der Grundversorgung sowie die (2.) Klärung der Ausbildung und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von APNs.

Stakeholder(s): Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Bildung, Krankenversicherungen und Politik
SLHS Lead: Dipartimento economia aziendale, sanità e sociale, SUPSI; und Institut für Hausarztmedizin & Community Care Luzern
Policy Brief: Download PDF
Kernaussagen: Download PDF
Zusammenfassung Stakeholder-Dialog Download PDF

Soziale Teilhabe benachteiligter älterer Bevölkerungsgruppen in der Schweiz

Soziale Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen haben eine Reihe von negativen gesundheitlichen Folgen und treffen sozial benachteiligte Gruppen besonders hart. Eine verstärkte soziale Teilhabe von sozial benachteiligten älteren Menschen kann dazu beitragen, soziale Isolation und Einsamkeit und die damit verbundenen gesundheitlichen Ungleichheiten in dieser Gruppe zu reduzieren. Dieser Lernzyklus begegnet der Herausforderung soziale Teilhabe sozial benachteiligter älterer Menschen zu erhöhen, indem wissenschaftliche Erkenntnisse aufgezeigt werden zu i) verbesserten Methoden zu Erreichung der Betroffenen, ii) Einbezug von Zielgruppen in die Planung und Durchführung von Programmen und iii) verbesserte Programmevaluation unter Berücksichtigung sozial benachteiligter Gruppen.

Stakeholder(s): Gesundheitsförderung Schweiz, Programmleiter
SLHS Lead: Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern
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Zusammenfassung Stakeholder-Dialog: Download PDF

Ergebnissynthese (Policy Briefs & Rapid Response Synthesen)

Eine Voraussetzung für Themenberatungen und Lernzyklen im Gesundheitssystem ist die Prüfung von Evidenz, die mögliche Optionen beschreibt, um die ursprünglich identifizierten Probleme gezielt anzugehen. Das Swiss Learning Health System (SLHS) stellt zwei Tools für Evidenzsynthesen zur Verfügung:

a) Policy Briefs, die als Grundlage für Stakeholder-Dialoge dienen und

b) Rapid Response Synthesen

Policy Brief

Sobald ein Thema für einen Stakeholder-Dialog identifiziert wurde, besteht der nächste Schritt darin, einen Policy Brief zu erstellen. Ein Policy Brief ist ein Dokument, welches ein Problem beschreibt, indem es relevante Kontextfaktoren erklärt. Der Policy Brief stellt eine Reihe von evidenzbasierten Lösungen für das Problem vor und erläutert für jede mögliche Lösung relevante Aspekte, einschliesslich erwarteter Vorteile und Kosten sowie potenzielle Hindernisse und Förderfaktoren bei der Umsetzung. Der Policy Brief wird vor dem Stakeholder-Dialog an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogs verteilt.

Rapid Response Synthesen

Die Landschaft des Schweizer Gesundheitswesens verändert sich ständig und Versorgungslücken können spontan entstehen. Rapid Response Synthesen sind Mittel, um auf aktuelle Probleme im Gesundheitssystem sinnvoll und schnell zu reagieren. Sie identifizieren und fassen die beste Vorgehensweise zusammen, indem sie aktuelle Evidenz und mögliche Lösungen untersuchen. Rapid Response Synthesen enthalten auch einen Implementierungsleitfaden mit themenspezifischen Überlegungen zur Umsetzung, Monitoring und Bewertung.

Stakeholder-Dialoge

Stakeholder-Dialoge sind strukturierte Kommunikationsprozesse, die darauf abzielen, Akteure zu unterstützen, um evidenzbasierte Lösungen für ein bestimmtes Problem zu implementieren. Basierend auf einem Policy Brief arbeitet eine Gruppe von 6-20 Stakeholdern an einem gemeinsamen Verständnis des Problems und der besten Vorgehensweise.

Die Dialoge werden von einem Moderator geleitet, der die Beratung beaufsichtigt, die Teilnehmer zur Auseinandersetzung mit ihren Ansichten anregt und die Konfrontation über Meinungsverschiedenheiten erleichtert.

Die Dialoge sind im Allgemeinen dann zu Ende, wenn es zu einer Einigung bezüglich einer  Vorgehensweise gekommen ist. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, stellt sich die Frage, ob i) ein zweiter Dialog stattfinden muss, um Einigung zu finden oder ii) ob mehr Forschung erforderlich ist, da es möglicherweise an ausreichender Evidenz fehlt, um sich auf die beste Vorgehensweise einigen zu können.

Wenn Situation i) eintritt, bindet das SLHS die Stakeholder in eine strukturierte Verhandlung ein, um Meinungsverschiedenheiten zu lösen.

Wenn Situation ii) eintritt, informiert das SLHS die Forschungsagenda der akademischen Partner, um die offenen Fragen zu behandeln.

Stakeholder-Dialoge sind vielversprechende Mechanismen, um politische Entscheidungs­träger über evidenzbasierte Massnahmen zu identifizierten Problemen auf allen Ebenen des Gesundheitssystems zu informieren. Dies schliesst die Politik, Dienstleistungserbringung oder Finanzierung sowie die Erhebung von Gesundheitsinformationen ein. Darüber hinaus sind Stakeholder-Dialoge Mechanismen, welche die Identifizierung von Forschungsthemen unterstützen, die den aktuellen Bedürfnissen des Gesundheitssystems entsprechen und somit eine Kultur der geteilten Verantwortung schaffen.

In der Rubrik Themen finden Sie eine Liste von Stakeholder-Dialogen, die vom SLHS durchgeführt worden sind.

Themen

Jede Partnerinstitution des SLHS arbeitet an einem speziellen Thema, das schliesslich zu Policy Briefs und Stakeholder-Dialogen führen wird. Die aufgeführten Themen wurden im Rahmen eines Priorisierungsprozesses und unter Berücksichtigung ihrer wissenschaftlichen und politischen Relevanz ausgewählt.

Diskriminierung bei Impotenz

Im Gesetzbuch der römisch-katholischen Kirche befindet sich ein Ehehindernis der Impotenz, das besagt, dass die Ehe nur eingehen kann, wer fähig ist, Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Die Ehe aus diesem Grund zu verwehren, stellt für Betroffene eine Diskriminierung dar, denn das Eingehen der Ehe ist ein Grund- und Menschenrecht, das dadurch nicht ausgeübt werden kann. Dieser Lernzyklus stellt sich der Herausforderung die Diskriminierung von Menschen mit einer Behinderung durch ein Gesetz der römisch-katholischen Kirche zu untersuchen und zu eliminieren, indem Erkenntnisse aufgezeigt werden zur i) Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention durch den Heiligen Stuhl mit der Folge einer Gesetzesanpassung, ii) Überprüfung und Diskussion des Naturrechtscharakters des Ehehindernisses der Impotenz und iii) Diskussion der Verwirklichung/Drittwirkung der Grundrechte.

Stakeholder(s): Kirchenrechtler, Juristen, Sozialarbeiter
SLHS Lead: Zentrum für Religionsverfassungsrecht, Universität Luzern
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Pflegeexpertinnen APN in der Hausarztpraxis

Aus Gründen wie z.B. nicht standardisierten Abschlusskompetenzen für Pflegeexpertinnen APN oder fehlenden Rollendefinitionen, werden Pflegeexpertinnen APN in Schweizer Hausarztpraxen zu wenig eingesetzt. APNs übernehmen bereits heute hausärztliche Tätigkeiten in Eigenverantwortung, die jedoch in einer «Grauzone» ausgeübt werden und mit vielen Unsicherheiten verbunden sind. Ziel ist es, diese «Grauzone» zu verlassen und die Implementierung von neuen Versorgungsmodellen mit APNs in Schweizer Hausarztpraxen zu fördern. Dieser Policy Brief empfiehlt dazu die (1.) Klärung und Förderung der APN-Rollen in der Grundversorgung sowie die (2.) Klärung der Ausbildung und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von APNs.

Stakeholder(s): Vertreterinnen und Vertreter aus Praxis, Bildung, Krankenversicherungen und Politik
SLHS Lead: Dipartimento economia aziendale, sanità e sociale, SUPSI; und Institut für Hausarztmedizin & Community Care Luzern
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Soziale Teilhabe benachteiligter älterer Bevölkerungsgruppen in der Schweiz

Soziale Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen haben eine Reihe von negativen gesundheitlichen Folgen und treffen sozial benachteiligte Gruppen besonders hart. Eine verstärkte soziale Teilhabe von sozial benachteiligten älteren Menschen kann dazu beitragen, soziale Isolation und Einsamkeit und die damit verbundenen gesundheitlichen Ungleichheiten in dieser Gruppe zu reduzieren. Dieser Lernzyklus begegnet der Herausforderung soziale Teilhabe sozial benachteiligter älterer Menschen zu erhöhen, indem wissenschaftliche Erkenntnisse aufgezeigt werden zu i) verbesserten Methoden zu Erreichung der Betroffenen, ii) Einbezug von Zielgruppen in die Planung und Durchführung von Programmen und iii) verbesserte Programmevaluation unter Berücksichtigung sozial benachteiligter Gruppen.

Stakeholder(s): Gesundheitsförderung Schweiz, Programmleiter
SLHS Lead: Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin, Universität Luzern
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Evidenz finden

Das Finden und Zusammenfassen von Evidenz, sei es für Policy Briefs oder für Rapid Response Synthesen, ist eine der Kernaufgaben des Swiss Learning Health System (SLHS). Gute Ansatzpunkte für die Suche nach relevanter Evidenz sind Datenbanken, welche Evidenz aus verschiedenen Studien zusammenfassen und bewerten. Diese können systematische Reviews, evidenzbasierte Leitlinien oder kritisch begutachtete Themen beinhalten.

Cochrane Switzerland

Cochrane Switzerland

Cochrane Reviews sind systematische Übersichtsarbeiten zur Primärforschung in der Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik. Sie werden international als der höchste Standard evidenzbasierter Gesundheitsressourcen anerkannt. Sie untersuchen die Auswirkungen von Interventionen für Prävention, Behandlungen und Rehabilitation. Sie bewerten auch die Genauigkeit eines diagnostischen Tests für einen bestimmten Zustand in einer bestimmten Patientengruppe und einem bestimmten Setting. Cochrane Reviews sind peer reviewed; sie sind dynamisch und werden regelmässig angepasst, um neue Forschungserkenntnisse einzubeziehen. In der Schweiz sind die Übersichtsarbeiten von Cochrane kostenlos zugänglich.


PubMed (MEDLINE)

PubMed (MEDLINE)

PubMed ist eine kostenlose Suchmaschine, die hauptsächlich auf die MEDLINE-Datenbank mit Referenzen und Zusammenfassungen (Abstracts) zu Biowissenschaften und biomedizinischen Themen zugreift.

Sie finden systematische Übersichtsarbeiten in PubMed, indem Sie Ihre Publikationssuche auf "Systematische Reviews" beschränken oder diese zu Ihrem Suchbegriff hinzufügen

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/


Epistemonikos

Epistemonikos

Epistemonikos ist eine mehrsprachige Datenbank, die auf systematische Übersichtsarbeiten, Primärstudien und strukturierte Zusammenfassungen verweist. Sie wird kontinuierlich aktualisiert.  

https://www.epistemonikos.org/


TRIP Database

TRIP Database

Trip ist eine klinische Suchmaschine, die es den Benutzern ermöglicht, schnell und einfach qualitativ hochwertige Forschungsdaten zu finden, um diese als Unterstützung für die Praxis und/oder Pflege zu verwenden. TRIP bietet nicht nur Forschungsergebnisse, sondern ermöglicht Klinikern auch die Suche nach anderen Inhalten wie Bildern, Videos, Informationsblättern für Patienten, Ausbildungsangeboten und Nachrichten.

https://www.tripdatabase.com/


McMaster Health Forum

McMaster Health Forum

Das in Kanada ansässige McMaster Health Forum bietet Evidenz zu drängenden Problemen auf drei verschiedene Arten:

  1. Grundlagenpapiere, die auf Anfragen von Führungskräften des Gesundheitswesens vorbereitet wurden;
  2. Quellen von vorbewerteter, zusammengefasster Evidenz zum Thema, wie Gesundheitssysteme und Sozialsysteme gestärkt werden können und
  3. Quelle für qualitativ hochwertige Informationen zu optimaler Alterung für ältere Erwachsene, Pflegekräfte und anderen Berufsgruppen (McMaster Optimal Aging Portal).

https://www.mcmasterforum.org/find-evidence/overview

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Department of Health Sciences and Medicine
Frohburgstrasse 3
6002 Lucerne
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